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Gerry Hofstetter

Gerry Hofstetter «Der Lichtkünstler»

Gerry Hofstetter, ein Selfmademan, Künstler, Visionär und Unternehmer hat schon sehr viel Abenteuerliches erlebt. Seine Kunst und Expeditionen, führen ihn rund um den Erdball. Begleitet wird er jeweils von einem Team, auf welches er seit vielen Jahren zählen kann.

Sein erstes Geld hat er als Banker verdient. Auf der Stufe «Chef Investment Banking» hat er die Karriereleiter in die Scheune gelegt und sich mit 33 Jahren definitiv für die Kunst entschieden. Gerry Hofstetter ist nicht nur Lichtkünstler, sondern auch Helikopterpilot. Seit 1995 führt er eine eigene und international tätige Marketing-, Event- und Designagentur. Ich freue mich, dass ich auf meinem Blog diese spannende Persönlichkeit vorstellen darf.

1. Sie sind der bekannteste Schweizer Lichtkünstler. Was ist Lichtkunst? Was beinhaltet Ihre Arbeit?
Danke für die Blumen. Lichtkunst ist, wenn man eine oder mehrere Lichtquellen und/oder Lichtarten in einen schöpferischen, kreativen Prozess einbezieht, welcher auf einer Vision beruht, daraus etwas durch Mehraufwand und/oder speziellen geistigen und/oder technischen Fähigkeiten in Verbindung mit  Talenten entsteht, mit Dazutun von besonderem individuellen Aufwand und es am Schluss in einer von Menschenauge sichtbaren Inszenierung oder Skulptur elektronisch, elektrisch oder natürlich leuchtend, es kostenlos betrachtet werden kann im öffentlichen Raum und sich dabei 0,3 bis 1 Prozent der Betrachter  darüber aufregen und dies dem Schöpfer dieses Werks egal ist, da er es mit Leidenschaft für sich gemacht hat und nicht für die Anderen, dann ist es feinste Kunst mit Licht, erschaffen, eben Lichtkunst.

Gerry Hofstetter

2. Sie bereisen sehr exotische Länder. Welches waren bis anhin die spannendsten Orte, an welchen Sie Ihre Lichtkunst durchgeführt haben?
Exotisch sind diese Länder nur aus dem Betrachtungswinkel und von der Beurteilungswarte unserer Breitengraden aus gesehen, durch Leute, welche noch nicht mit Menschen und Kulturen in diesen Ländern gearbeitet haben. Vielleicht sind wir Schweizer exotisch? Jeder Ort war für mich bis jetzt spannend, weil ich immer dabei die Geschichte von dem Ort erfahre, die Leute kennenlerne, das Wetter, das Klima, die Behörden, die Tiere, etc. und ich gemeinsam mit diesen Menschen dort meine Projekte realisiere – für meinen Auftraggeber oder für mich selbst, sei es in Luzern (Behörden), in Kourou-Französisch Guiana  (Techniker von Weltraumraketen), in der Arktis (Eskimos), in der Weissen Wüste von Ägypten (Beduinen), in China (Matrosen und Regierungsleute), in Oslo (König von Norwegen), in Pontresina SAC Coaz Hütte (Hüttenwart), in der Kapelle in Österreich auf einem Pass (Bischof) etc.

Pyramide by Gerry Hofstetter 2006

3. Bei den Expeditionen begleiten Sie immer viele Personen (Unterstützer). Um was für Personen handelt es sich dabei? Wie sieht die Aufgabenteilung aus?
Es sind nicht viele Personen, meistens 2 bis 5, aber die können effektiv wie 200 Leute von einer Grossproduktion aus Hollywood sein und haben Fertigkeiten wie 20 Spezialisten. Dabei sind immer die beiden bekannten Fotografen und langjährigen Teammitglieder Mike Kessler und Frank Schwarzbach, der Filmer und Kameramann Henry Maurer der Filmproduktionsfirma Timelinefilm und meine Tochter Céline als Kamerafrau und Lichtkunstassistentin. Bei Jobs wie zum Beispiel an der Weltexpo in Shanghai kommen noch 2 bis 10 Assistenten für Licht und Logistik ins Team dazu.

4. Sie haben unter anderem das Matterhorn beleuchtet. Mit dieser Aktion wollten Sie auf den Gletscherschwund aufmerksam machen. Spüren Sie auf Ihren Reisen, wie zum Beispiel in die Arktis, dass die Erde nicht mehr im Gleichgewicht ist?
Ganz klar. Seit 2007 war ich schon 6-mal in der Arktis auf Lichtkunstexpeditionen. Die grossen Eisberge sind in dieser Zeit im Schnitt 10 Meter kleiner geworden, 90 statt 100 Meter hoch und das Wasser ist 2 Grad wärmer.

Antarctica_Iceberg with Polarbear_UN Year of Water 2003_Light Art by Gerry Hofstetter

5. Es gab sicherlich auch schon gefährliche Situationen wie z.B. Stürme. Kam es schon vor, dass Sie ein Projekt abbrechen mussten? Was waren die Gründe dafür?
2012 wollte ich auf den 14. April zum 100 Jahre Gedenktag zum Untergang der Titanic, die Titanic in Originalgrösse von 269 Metern auf einen gigantischen Eisberg projizieren, dies am Ursprungsort wo der Eisberg entstand, der die Titanic versenkte. Ich hatte mich vier Jahre darauf vorbereitet und ein Jahr davor, im 2011, einen Test gemacht.  Am 12. April 2012 versuchte ich mit meinem Team in Grönland mit Schiffen zu diesem riesigen Eisberg zu gelangen. Nach kurzer Fahrt in der Dämmerung steckten wir im Packeis fest und Eisnebel legte unsere Schiffe bis ca. Mitternacht lahm. Dank der Strömung kamen wir irgendwie wieder frei aus diesem Eislabyrinth und erkämpften uns den Weg zurück zum Hafen. Also machte ich mich am nächsten Tag, am 13. April 2012, wieder auf den Weg und versuchte es nochmals. Wir verliessen den Hafen, um an den Eisberg zu gelangen. Doch plötzlich hatte ich ein sonderbares mulmiges Gefühl in mir. Dabei hatte es weit und breit kein Packeis, nur freies und sehr ruhiges Meer. Wir hätten ca. eine Stunde Fahrt gebraucht. Nach 10 Minuten Fahrt gab ich das Kommando für die Rückkehr in den Hafen. Es war ein Bauchgefühl. Niemand verstand mich, auch die Eskimos nicht. Wir fuhren schnell zurück. Kaum im Hafen angekommen, gab es im ganzen Hafen Panik. Überall stürmten Eskimos und Hafenarbeiter zu den Schiffen und begannen die Seile zu lösen. Unser Kapitän schrie uns zu, die Leinen beim Antauen sehr lang zu lassen und sofort aus den Booten ans Ufer und auf die Anhöhen zu gehen. Alle rannten weg vom Wasser, auch der Kapitän. Dann sahen wir es kommen: ein Unterwassertsunami raste auf den Hafen zu. Im Fjiord hatte sich offenbar ein gigantischer Eisberg gedreht und diese Flut ausgelöst, welche nun aufs Festland raste. Ich möchte auf die Details, was sich am Hafen abspielte als das Wasser hereinkam, verzichten. Am nächsten Tag, am 14. April, führte ich das Team wieder heraus aus dem Hafen und es gelang. Wir waren die einzigen 10 lebenden Menschen, die die Titanic in Originalgrösse wieder gesehen haben.  Antwort auf die Frage: Abbrechen gibt es nicht. Bei «Problemen» wird es solange verschoben, bis es drin ist und wenn es Jahre dauert.

Light Art Titanic by Gerry Hofstetter_Foto Frank Schwarzbach_44C2302

6. Sie sind ein kommunikativer Mensch. Expeditionen dauern oft sehr lange und schotten einen komplett von der Aussenwelt ab. Benötigen Sie diese Ruhe als Ausgleich zum hektischen Alltag?
Kommunizieren muss ich, damit das Umfeld die Zusammenhänge versteht, welche es braucht bis ich die Beleuchtung realisiert habe. Glauben Sie mir, eine Expedition ist im Kopf sehr lärmig. Alle  Sensoren der Sinne sind auf höchste Wahrnehmung eingestellt. Das Unterbewusstsein nimmt alles auf und man ist mit grossen Kräften dran, das Unterbewusste zu hören und wahr zu nehmen, um damit eine bewusste Handlung zu veranlassen. Ich habe meine Ruhezeiten anderweitig.

7. Zum 150-Jahr-Jubiläum des Schweizer Alpen-Clubs haben Sie alle SAC-Hütten in einem anderen Licht präsentiert. Was war die Idee und Botschaft dahinter?
Es waren nicht alle 152 Hütten, sondern nur 26 d.h. eine pro Kanton. Wenn ich 26-mal rauf und 26-mal runter mit 40 bis 55 Kilogramm auf meinem Rücken schleppen kann, so soll dies weniger geübte Menschen  motivieren, in die Berge zu gehen und diese unglaublichen Kleinode «SAC Hütten» zu besuchen, welche ich mit meinen Beleuchtungen in deren gigantischen Umgebung für einen flüchtigen Moment ins Rampenlicht gestellt habe. Die Botschaft: Das Paradies liegt vor unserer Haustüre.

Gerry Hofstetter

8. Zum 100-Jahr-Jubiläum der Jungfraubahn beleuchteten Sie das Alpenmassiv der Jungfrau. Die Schweiz wurde damals vom Sturmtief Andrea heimgesucht und Sie mussten in einem Container auf 3380 Metern über Meer ausharren. Können Sie uns mehr dazu erzählen?
In einem Satz: Ich hatte ein gebrochenes Bein, der Lichtassistent und Koch Lello einen angebrochenen Fuss, der Rest vom Team Filmer Henry, Bergführer Ueli und Fotograf und Bergführer Thomas waren unverletzt. Der Sturm fegte nachweislich mit 251 km/h über das Plateau. Auf dem Bauch kriechend gingen wir alle 45 Minuten raus die Generatoren vom Eis befreien, damit sie nicht abstellten und wir Strom zum Überleben hatten. Dies drei Tage lang mit Unmengen von Schnee und Kälte von – 38 Grad dank Windchill. Abschiedsworte hatte ich an meine Familie geschrieben gehabt und den Zettel in einem Plastiksack in meine innere Brusttasche der Daunenjacke gesteckt. Dort würde man es sicher irgendwann finden, und wasserfest wäre es auch, damit man lesen kann was unsere Gedanken waren. Ich tat es dem Bergführer gleich, der sein Testament geschrieben hatte und es auch im Plastiksack in die Brusttasche staute als der Sturm immer stärker wurde. Dass wir überlebten war einfach Glück gepaart mit weiser Voraussicht und Erkennen von den Gefahren vor Ort, dies schon zwei Jahre vor der Aktion. Den Rest, haben wir vereinbart, ersparen wir denen, die nicht dabei waren.

Jungfrau Northface_by Gerry_15_MG_2152

9. Sie nehmen auch kommerzielle Aufträge an. Benötigen Sie diese, um andere Projekte, welche auf die Missstände unserer Erde hinweisen, durchzuführen?
Mit kommerziellen Aufträgen kann ich Expeditionen durchführen, wo ich mit Licht Botschaften zu aktuellen Themen unserer Erde bringe. Von den Beleuchtungen sind ca. 80 Prozent im Auftragsverhältnis und ca. 20 Prozent meine eigenen Projekte. Neben den Beleuchtungen realisieren wir ja auch noch grosse und spezielle Events im öffentlichen Raum wie die Eisbahn Live on Ice, die Fashion Parade, das Kieswerkspektakel etc. Auch produzieren wir Filme mit der eigenen Filmproduktionsunternehmung im Bereich Image, Trailer, TV Spots, Doku und Kinofilme.

James Bond fillmpremiere Bregen_by Gerry Hofstetter (153)

10. Als «Chef Investment Banking» waren Sie inmitten einer Bankkarriere. War die Faszination für die Kunst derart gross, dass Sie die Bankkarriere zugunsten der Lichtkunst aufgegeben haben?
Für mich war es in den 90-er Jahren absehbar, dass die Banken tiefgreifende Änderungen durchlaufen werden. Events kreieren, organisieren und mit Menschen zusammen Dinge gestalten, hatte mich schon immer fasziniert. Ganz besonders wenn es noch in der Natur irgendwo auf unserem Planeten stattfinden kann. Die Beleuchtungen hatte ich eigentlich entwickelt, als ich vor 20 Jahren meine eigenen Unternehmungen startete, um meine eigenen Events zu verschönern. Das war nicht mal im Ansatz angedacht, dass ich für «Andere» Beleuchtungen realisiere. Auch konnte ich mir nicht vorstellen, das ganze Material in der Welt herumzusenden. Dies konnte ich drei Jahre so halten. Dann wurden es aber zu viele Anfragen. Darunter hatte es auch herausfordernde Projekte und so startete ich diese Art von Kommunikation und finde es toll, dass ich als Schweizer weltweit der Einzige bin, der so in der Natur mit Licht Botschaften an speziellen und/oder extremen Orten realisieren kann und darf. Nun bin ich mitten im «Licht» und realisiere mit grosser Freude und Leidenschaft das «kunstvolle Kommunizieren» mit meiner Light Art Communication. Dass es soweit gekommen ist, verdanke ich vielen Menschen wie meiner Familie, Mitarbeiter, Kunden, Behörden, Lieferanten, Helfer und Medien, die daran beteiligt sind. Dafür bin ich dankbar.

11. Was ist Ihre Mission? Was treibt Sie weiter an? Was sind die nächsten Projekte für 2015?
2015 ist UNO Jahr des Lichts. Da kann man sich ja vorstellen, dass da bei mir einige sehr spezielle Projekte am Laufen sind. Lassen Sie sich überraschen. Die Weltraumfahrt wird in diesem Zusammenhang auch ein Thema sein. Das eine oder andere Projekt wird man aus den Medien und auf meiner Webpage entnehmen können.

Colosseum Rom_150 Years Republica Italia

Hofstetter Marketing
Schwäntenmos 3
8126 Zumikon

www.hofstetter-marketing.com

 

© Yves Seiler

Bilder: zVg

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